Zikkurat Der typische Stufentempel Mesopotamiens. Die Zikkurat ist der Tempelturm der sumerischen Stadt und wie diese aus Lehm errichtet. Als erhöhter sakraler Mittelpunkt der Siedlung erinnert die Anlage an die griechische Akropolis, sie ist mehr Hügel als Turm und kommt von den Proportionen einer ägyptischen Pyramide näher, als einem schlanken Hochbau, den man sich gemeinhin unter einem Turm vorstellt.
Ein sehr gut erhaltenes und restauriertes Beispiel ist die dreistufige Zikkurat des Mondgottes ( Nanna bzw. Sin ), den man in Ur freilegte und restaurierte. Herodot berichtet von einem achtstufigen Bau dieser Art, der sich über Babylon erhob und jener in der Bibel erwähnte Turmbau zu Babel gewesen sein mag.
Als mögliche Beweggründe für diese Bauten werden das Bedürfnis der Menschen genannt, in der weiten Ebene des Zweistromlandes einen zugleich markanten wie hochwassersicheren Bau zu schaffen genannt, zudem der Wunsch, den himmlischen Göttern näher zu kommen (
U HLIG (2002) , S. 115).
Oben auf dem Gipfel stand das heilige Gemach der Göttin, die hier zu Neujahr ihren Gemahl erwartete. Beim kultischen Nachvollzug dieses mythischen Ereignisses war sie durch die Priesterin vertreten. Der König schritt die Treppe zum Gipfel empor und vollzog mit der Priesterin die Heilige Hochzeit, die dem Land Fruchtbarkeit sichern sollte.
Zu den Funktionen der Zikkurate dürfte neben dem sakralen Zweck auch die Eignung als Ausguck gezählt haben, der einen weiten Blick ermöglichte und herannahende Fluten ebenso erkennbar machte wie den ungestörten Blick in den Sternenhimmel — die Sumerer gelten alsfrüheste Astronomen.
In Uruk errichtete man dem Himmelsgott An einen gewaltigen Zikkurat, eine der ältesten und bedeutensten derartigen Bauten jener Zeit (
U HLIG (2002) , S. 41).
Auch der in der Bibel erwähnte „Turm von Babel” (1. Mose 11,1-5) dürfte ein derartiger Bau gewesen sein, der hier dem Stadtgott von Babylon, Marduk , geweiht war. mehr auf sungaya |