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Kurz bei Trump: Experte sieht Ruf Österreichs als Vermittler gefährdet

Zurück zur Übersicht 16.02.2020

 

 

Gärtner sieht "vorauseilenden Gehorsam" gegenüber Washington. Kurz könnte sich als Vermittler im Iran-Konflikt anbieten, müsse dafür aber "sofort" Teheran kontaktieren

Washington/Wien – Der Politikwissenschafter Heinz Gärtner sieht angesichts des bevorstehenden Treffens von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit US-Präsident Donald Trump den Ruf Österreichs als ehrlicher Makler im Nahen Osten in Gefahr. Kurz oder sein Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) müssten "sofort" auch den Iran kontaktieren, "damit das keine Schlagseite bekommt", sagte Gärtner im APA-Interview.

So verwies der Wiener Universitätsprofessor darauf, dass Kurz in Washington auch bei der pro-israelischen Lobbyorganisation AIPAC auftreten werde. "Das ist schon ein bisschen einseitig", sagte Gärtner. "Ich würde mir wünschen, dass er auch die anderen jüdischen Organisationen trifft wie J Street", sagte er mit Blick auf die wichtigste liberale jüdische Lobbyorganisation in Washington.

"Vorauseilender Gehorsam"

Die Regierung Kurz habe in bestimmten außenpolitischen Fragen "vorauseilenden Gehorsam" gegenüber den USA gezeigt, sagte Gärtner weiter. Konkret nannte er "die schnelle Anerkennung von (Oppositionsführer Juan) Guaidó in Venezuela, was nicht notwendig gewesen wäre". Österreich sei auch "vorgeprescht" bei Trumps Nahost-Plan. "Da ist Österreich viel weiter gegangen als die EU", verwies der Experte explizit auf kritische Stimmen wie jene des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell.

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