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Droht das Ende des Hausarztes?
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14.12.2016

Wie die geplanten Primärversorgungszentren das Gesundheitssystem verändern sollen. Und warum die Ärztevertreter sich querlegen und für heute zum Streik aufrufen.

Wien. Wenn heute, Mittwoch, Ärzte in Wien, im Burgenland und in Kärnten ihre Praxen schließen, dann geht es auch um mehr Geld für das Gesundheitswesen. In erster Linie aber geht es den Medizinern darum, mit ihren Protestmaßnahmen einen Systemwechsel abzuwehren: Sie sehen in den geplanten Primärversorgungszentren eine Gefahr für das bisherige System des Hausarztes und warnen sowohl vor einer Verstaatlichung der Medizin – als auch vor deren Auslieferung an gewinnorientierte private Konzerne. Doch ist der Hausarzt tatsächlich in Gefahr?

1 Wie funktionieren die geplanten Primärversorgungszentren?

Die Idee ist, Spitäler und Ambulanzen zu entlasten, indem größere Einheiten im niedergelassenen Bereich geschaffen werden. Dabei sollen in jedem Zentrum zumindest drei Mediziner sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe zusammenarbeiten. Das können Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten oder auch Sozialarbeiter sein. Gesundheitsministerium und Sozialversicherung, die das Konzept forcieren, erhoffen sich dadurch vor allem zwei Vorteile: erstens patientenfreundliche Öffnungszeiten. Wenn mehrere Mediziner zusammenarbeiten, kann das Zentrum die ganze Woche offen haben, verstärkt auch am Abend, damit Patienten da nicht in Ambulanzen ausweichen müssen. Zweitens kann das Zentrum ein breiteres Leistungsspektrum anbieten. Welches das ist, hängt wiederum von regionalen Erfordernissen ab. Ein Sozialarbeiter kann sich beispielsweise um Patienten mit Drogenproblemen kümmern. Oder es gibt einen Pflegeschwerpunkt mit angestelltem Pflegepersonal.

2 Wie finanzieren sich diese neuen Primärversorgungszentren?

Derzeit wird über ein Gesetz verhandelt, das sich speziell mit dieser Frage beschäftigt. Es gibt ein Modellprojekt im sechsten Bezirk in Wien, bei dem die drei Ärzte nach dem normalen Leistungskatalog der Krankenkassen abrechnen und für den Mehraufwand des Zentrums eine pauschale Abgeltung von 210.000 Euro im Jahr erhalten. Die Krankenkassen wollen aber ein neues Finanzierungsmodell für diese Zentren. Dieses soll beispielsweise für einen Patienten mit einer chronischen Erkrankung eine dem Aufwand angepasste jährliche Pauschale erhalten. Und es soll eine zusätzliche Finanzierung durch Gemeinden und Bundesländer geben – etwa, wenn Aufgaben im Pflegebereich übernommen werden.

Mehr auf: diepresse.at

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