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Abschiebung aus Vorarlberg: Dreijähriger von Mutter getrennt

Zurück zur Übersicht 29.10.2018

 

 

Bei der Abschiebung einer armenisch-iranischen Familie aus dem Bregenzerwald trennte die Behörde einen kleinen Buben von seiner schwangeren Mutter

Bregenz – Sonntagmorgen im Landeskrankenhaus Bregenz. Ein kleiner Bub spielt im Wartebereich der Entbindungsstation. Der Automat mit den bunten Spielzeugkugeln hat es ihm angetan. "Welche Farbe hat denn die Kugel?", fragt die junge Frau, die mit ihm wartet. "Gelb!" "Und die hier ist blau, gell?" "Nein", sagt der Knirps bestimmt, "die ist dunkelblau." Ein bisschen lang wurde für ihn die Warterei, deshalb wollte er ja raus aus der Entbindungsstation, hin zu den bunten Kugeln. Das Vergnügen währte nur kurz, wieder hereinkommen, wird ihm und seiner Betreuerin beschieden. Auf die Frage nach dem Warum erhält er keine Antwort.

Der Kleine wartet nicht auf ein Geschwisterchen, wie man meinen könnte. Er heißt Anri, ist drei Jahre alt und ist ein Häftling, seine Betreuerin eine Mitarbeiterin des BFA. Auf der Entbindungsstation liegt seine Mama, im fünften Monat schwanger. Die 32-jährige Armenierin wurde wegen einer drohenden Frühgeburt eingeliefert. Nun wird sie überwacht, nicht nur mit Geräten. Polizeibeamte stehen vor dem Kreißsaal, müssen sie und ihren aus dem Iran stammenden Mann bewachen.

Die kleine Familie wurde am Sonntagmorgen um fünf Uhr aus ihrer Wohnung in Sulzberg (Bregenzerwald) abgeholt, sollte abgeschoben werden. Der Stress löste bei der schwangeren Frau eine gesundheitliche Krise aus. Die Frau sei gynäkologisch gesund, es sei aber zu Komplikationen wegen der Stresssituation gekommen, sagte Sicherheitslandesrat Christian Gantner (VP) auf Nachfrage des STANDARD. Ihr Kind und ihr Mann würden nach Wien gebracht.

Ein barbarischer und rechtswidriger Akt

Mehr auf: derstandard.at

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